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SchänisSoaring-Skitouren-Weekend 2013. Teil 1.

Pulverschnee bis über beide Ohren
Samstag, 9. Februar: Piz Malèr

Die Anreise ins Vorder-Rheintal nehme ich diesmal aufgrund der grossen Schneemengen, die in den letzten Tagen gefallen sind, mit etwas gemischten Gefühlen in Angriff. Draussen im Garten liegen inzwischen wieder 120 cm Schnee – für Touren abseits gesicherter Pisten eine ungemütliche Situation. Wenn wir diesmal nicht einen versierten Bergführer dabei hätten, wäre ich vermutlich lieber zuhause in der sicheren Stube geblieben. So vertraue ich aber auf die mir von früheren Tourenwochen bekannte Berufserfahrung von Frigg und seine Pulverschnee-Nase, die noch immer gefahrenfreie Schwünge ermöglicht hat, wenn sich andere längst nicht mehr vor die Türe trauen oder wenn die Verhältnisse kaum fahrbar sind.

So fährt man auch mit 65 Jahren noch rassig durch den Pulver: Frigg zeigt, wie man’s richtig macht. (Foto: Peter Schmid.)

Stormrider.
Bis auf zwei heftige Grippefälle in letzter Minute sind alle angereist. Wir sind mit zehn TeilnehmerInnen dieses Jahr eine stolze Skitouren-Gruppe. Der Samstagmorgen erwartet uns mit lockerem Schneegestöber und einer wolkenverhangenen Nordseite und etwas aufgelockerter Sicht dank des Nordwind-Lee-Effektes auf der Südseite der Surselva. Auch die Schneemengen und die Exposition der Hänge ist auf dieser Talseite idealer. Die ersten Höhenmeter gewinnen wir ganz nach dem Motto von SchänisSoaring ‚meh abäfahrä als ufälaufä‘ und ‚jakeihöchiverlüürä‘ mit einer Kraftwerk-Seilbahn. Bis dahin geht also alles bestens.

Oben pfeift uns aber schon bei der Bergstation gehörig der Wind um die Nase. Zu den ca. zehn Minus-Graden kommen noch etwa 40 km/h Nordwind dazu. Äsischsauchalt! Entsprechend ungemütlich ist der Aufstieg über einen exponierten Grat. Erst, als wir diesen weiter oben am Berg verlassen und in Muldenlagen weiter aufsteigen, kann die Anorak-Kapuze zeitweise abgelegt werden. Mein Mikroklima in den vielen Kleiderschichten schwingt wieder etwas ins Gleichgewicht zurück. Vor mir läuft Monika. Am Hinterende ihrer Skier (die kann ich bei der Gelegenheit natürlich ausführlich studieren), steht ‚Stormrider‘ geschrieben. Treffender kann an diesem Tag ein Tourenski kaum heissen…

Spitzkehren-Technik.
Frigg geht ein konstantes Tempo, die Kräfte erlauben sogar eine kleine Serie Spitzkehren ‚à la Matzlenstock‘. Holger wirbelt dabei mit seinen langen Beinen dermassen schnell um die Wenden, dass man gar nicht mehr mitbekommt, welch ausgefeilte Technik in so einer Spitzkehre stecken kann oder muss, wenn man kürzere Beine hat.

Noch mehr Skitechnik ist bei der kurzen Abfahrt vom Grat in eine windgeschützere Muldenlage gefragt. Mit mehr oder weniger Eleganz und Telemark-Technik rutschen oder fahren wir mit angeklebten Fellen einen Hang hinunter. Dabei gehen – was dem gepflegten Segelflieger in der Seele wehtut – etwa 50 Höhenmeter verloren. Dafür ist nun der Aufsteig leichter, der Wind ist weg, teilweise lässt sich inzwischen die Sonne blicken und zaubert eine herrliche Winterlandschaft hervor. Nach insgesamt etwa 2.5 Std. und etwa 1’100 Höhenmetern Aufstieg erreichen wir eine Mulde vor dem Piz Malèr, unserem heutigen Ziel.

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Frigg balanciert behende über den Gipfelgrat des Piz Malèr.
(Foto: Beat Straub)

‚Hillary-Step‘.
Dort errichten wir ein vorgeschobenes Basislager mit Frühstücksplatz. Zeit für’s obligatorische Fleisch-Chäsli. Etwas weiter oben unter dem Einstieg über den Gipfelgrat deponieren wir die Skier und Frigg motoret mit einer kleinen Gruppe Unentwegter bis zu dem Hüften im Pulverschnee steckend wie ein Raupenfahrzeug den steilen Grat hinauf. Sowas habe ich schon längere Zeit nicht mehr gemacht. An den ungehinderten Tiefblick auf alle Seiten muss ich mich erst ein paar Minuten lang gewöhnen. Es lohnt sich aber. Auf dem schmalen Gipfelgrat präsentieren sich die Surselva und die Tessiner Alpen von der schönsten Seite. Eine richtig schöne, verzuckerte Winterlandschaft!

Nach dem altersbedingt etwas gschtabigen Abstieg über den Grat machen wir uns gemeinsam mit den am ‚Frühstücksplatz‘ Wartenden auf die Abfahrt – den nächsten Höhepunkt des Tages.

Champaign Powder.

Frigg ist eine aufrecht gehende Garantie für Bergerlebnisse, die lange in Erinnerung bleiben. Er führt uns an diesem Tag, in der in der ganzen Region erhebliche Lawinengefahr herrscht, über endlose Pulverschnee-Hänge zurück ins Tal, ohne dass irgendwo in der Schneedecke ein ‚Wumpf‘ zu hören gewesen wäre. So geniessen wir den anfangs Knie-, später Oberschenkel-hohen Pulverschnee und lassen uns die Eiskristalle um die Nase stieben.

Vrille im Short-Final und ein Maxloch.

Ganz ohne Spezial-Einlagen geht es aber natürlich auch heute nicht ins Tal. Als ‚Besenwagen‘ will ich in elegantem Schwung vor versammelter Gemeinde einfahren. Gelingt selten. Auch heute natürlich nicht. Im Short-Final erwischt es mich dann aber bös. Eine tiefe Schneemulde übersehe ich komplett und bleibe darin stecken. Die Ski-Bindung findet, das sei zuviel und löst aus. Was zu einem sofortigen Überschlag und fahrwerksloser Landung auf der Nase führt. Für den Spott brauche ich danach nicht zu sorgen. Der Pulver schmilzt an der Halskrause langsam und läuft eiskalt den Rücken hinunter.

Auch Max erwischt es auf den letzten Kilometern noch gehörig. Bei der Querung eines der vielen Bachläufe und Wäldchens gerät er auf der Gegenseite einer Mulde in anfangs leichte, Sekunden später in völlig überhängende Schieflage. Der hoch liegende Schwerpunkt (Rucksack) tut seine Pflicht und stürzt ihn – in eine ca. drei Meter tiefe Geländemulde voller Pulverschnee. Übel – da braucht man fast ein Dreibein, um aus den bodenlosen Triebschnee-Ansammlungen wieder hochzukommen. Mit vereinten Kräften schaffen wir aber den Rest des Heimweges auch noch.

Japanische Schnee-Affen.

Einer der Gründe für die Wahl des Hotels ist der von der unserer verwöhnten Skitouren-Gruppe in den letzten Jahren als unverzichtbar eingestufte Outdoor-Pool (notfalls werden auch Jacuzzis goutiert). So sitzen wir nach kurzem Schönheitsschlaf später abwechslungsweise in der Sauna und lassen unsere müden Beine im warmen Poolwasser auftauen. Den Kopf soweit wie möglich in der warmen Flüssigkeit haltend, gefriert nach einer Weile der menschliche Zentralrechner und setzt Schnee und Eis an (führt zu gefrorenen Kopfhaaren, bei allen, die noch welche haben). Ein Bild für Götter. Wie die japanischen Schnee-Affen sitzen wir im warmen Pool und lassen es uns gut gehen.

Wir sind uns einig. Die Investition in einen professionellen Guide lohnt sich. Heute sind noch nicht einmal die sturmerprobten Urnerbödeler, deren Tourengruppe ebenfalls in ‚unserem‘ Hotel haust und für ihre tollen Unternehmungen bekannt ist, weit abseits der regulären Pisten unterwegs gewesen. Wir hingegen haben ein unvergesslich schönes und vor allem sicheres Pulverschnee-Erlebnis gehabt.

Ein herrliches Berg-Erlebnis geht beim gemeinsamen Käse- und Fleischfondue zu Ende. Morgen soll das Wetter nach einer eiskalten Nacht aufklaren und verspricht noch mehr alpine Abenteuer.

Technisches:

Tourenkarten vom Samstag. Piz Malèr.

SchänisSoaring-Skitouren-Weekend 2013. Teil 2.

Im Pulver-Paradies

Sonntag, 10.Februar, Piz Pazzola

In der Zeitung mit den grossen Buchstaben wird dieser Sonntag später als einer der bisher schönsten und kältesten Wintertage dieser Saison behandelt. Wir beginnen ihn mit staunendem Blick auf die stetig abwärts fallende Temperatur-Anzeige in Holgers BMW. Bei knapp 20 Grad unter Null bleibt die Anzeige stehen. Derweil sind wir ein Stück die Lukmanier-Passstrasse bis Curaglia hochgefahren und machen uns dort reisefertig. Peter ist mit der Übungsanlage nicht wirklich einverstanden. ‚What comes down, must go up‘ findet er das verkehrte Motto für unsere Unternehmungen. Er schickt sich aber ins Elend und stapft wie wir alle durch eine tief verschneite Waldlandschaft auf die ersten Alpweiden in Richtung Piz Pazzola, dem heutigen Ausflugsziel hinauf.

Blick auf Disentis und die Nordseite der Surselva (Foto: Beat Straub)

Haftfelle ohne Haftung.

Meine etwas angejahrten Haftfelle finden die tiefen Temperaturen nicht so cool und verweigern nach dem Passieren einer Schneemulde ihren Dienst. Mit etwas Klebespray und Beats Unterstützung bin ich aber wenige Minuten später wieder marschbereit. Frigg macht etwas weiter oben einen Tee-Halt (da müssen die Bündner Hotels trotz der Steigerung vom gestrigen reinen Heiss-Wasser zu einer Art warmem Hagebutten-Flauder-Wasser von heute noch etwas dran arbeiten) und wir können problemlos wieder aufschliessen, ohne wirklich ausser Atem zu geraten.

Langer Aufstieg.

Heute geht es noch etwas mehr zur Sache als gestern schon. 1’200 Höhenmeter stehen auf dem Programm. Die müssen erst mal erstiegen werden. Irgendwann wird es dabei auch in den besten Kleidern warm genug. Der Gipfelhang fordert dann meine letzten Reserven und so komme ich etwas verschwitzt auf den Piz Pazzola. Dummerweise dreht da gerade der Südwind auf. Der ist anders als man erwarten könnte, sehr kühl. Beim Kleiderwechseln in warme, trockene Ersatz-Skipullover und beim nächträglichen Demontieren der Haftfelle frieren mir fast die Fingerchen ab. So kalte Hände hatte ich schon lange nicht mehr. Auch hier helfen trockene Ersatz-Handschuhe (Füschtlig) und eine Viertelstunde später spüre ich meine Hände denn auch wieder.

=>> Bilder-Galerie.

Tolle Kulisse.

Der auffrischende Südwind treibt den Pulverschnee über die Bergkreten und sorgt für stimmungsvolle Bilder während unserer Abfahrt. Auch heute wieder schwingen wir im stiebenden Champaign-Powder über endlose Alpweiden hinunter. So ideale Bedingungen hatte ich noch selten auf einer Skitour. Normalerweise ist oben Bruchharsch, ein paar Meter oder Mulden weit Pulverschnee und je näher man ins Tal kommt, umso mehr werden Skitouren durch tiefen Pflotsch beendet. Aber diesmal nicht.

nur zwei, drei Stockstösse bis zur Hängebrücke.

Wir schwingen durch federleichten Pulver in der genau richtigen Dosis über breite Hänge talwärts. Obwohl wir heute nicht ganz alleine unterwegs sind, brauchen wir nicht über ausgefahrene Hänge zu fahren. Es hat für alle genügend Pulver da. Den krönenden Abschluss des heutigen Bergerlebnisses macht das Queren einer Schlucht vor dem Dorf mit unseren Autos über eine fast nepalesische Hängebrücke. Nach ‚zwei, drei Stockstössen‘ (500 Meter Waldlauf) und einem kleinen Einstecker von Frigg, der nicht mehr rechtzeitig bremsen kann und über eine Waldstrassen-Mauer hüpft, bzw. fällt, erreichen wir die letzten Pulverhänge vor einer Hängebrücke. Wer mag, lässt sich darauf ins Dorf schaukeln, inkl. Tiefblick in die Schlucht. Wer ganz ins Tal fahren will, den holt Frigg mit dem Alpinschule-Bus dort wieder ab, damit wir alle gemeinsam bei einem Plättli und einem Notbier (Calanda Edelbräu) den wunderschönen Tourentag stimmungsvoll ausklingen lassen können.

Diese beiden Skitouren gehören zu meinen schönsten überhaupt. Da hat einfach alles gestimmt. Vielen Dank an Frigg für die professionelle Führung und die sichere Pulverschnee-Nase. Das machemer gerä wieder emal.

Technisches:

Tourenkarten vom Sonntag. Piz Pazzola.

TeilnehmerInnen:
Monika & Bruno Stocker, Bruno & Peter Schmid, Beat Straub, Holger Wentscher, Beat Häni, Frigg Hauser (Guide), Martin Haller, Max Weber, Ernst Willi.

Tolles Skitouren-Weekend im Julier-Gebiet bei -25°

Brrrrrr – eisig kaltes Pulverschnee-
und heisses Jacuzzi-Vergnügen.

Das Skitouren-Weekend vom 11. und 12. Februar 2012 gehört zu den kältesten Tourengänger-Erlebnissen, an die ich mich überhaupt erinnern kann. Damit es in unserem zehnköpfigen Tourengänger-Grüppli aber trotzdem keine erfrorenen Glieder zu beklagen gab, hat Organisator Beat Haeni eigens einen Jacuzzi in den Pulverschnee und eine Sauna ins Hotel am Julierpass bestellt.

Sieht alpiner aus als es ist: unser Skitourengrüppli auf dem Piz Campagnung (2’820 M.ü.M.) bei eisigen Temperaturen und einem zügigen Nordost.

Spitzenmässige Unterkunft, Verpflegung – und stiebender Pulverschnee

Im engagiert geführten Hotel La Veduta direkt unter der Julier-Passhöhe waren wir zwei Tage und Nächte bestens aufgehoben. Der Rotwein-Vorrat und das Beste aus Küche und Keller wurde ordentlich dezimiert, wie sich das bei der Segelflieger-Tourengruppe gehört. Und trotzdem kam der Sport nicht zu kurz. Am Samstag meditierten wir im Gänsemarsch auf den Piz Campagnung (an der Grenze zum Engadin, nicht in Tschetschenien), am Sonntag nach einem etwa dreistündigen Aufstieg unter der Führung des Appenzeller Bergführers und -Malers Werner Steininger beinahe auf den Gipfel des Piz Scalottas. Ganz oben war zuwenig Schnee, deshalb stoppten wir unseren ungestümen Gipfelsturm unterhalb des Gipfelanstieges. (Beleidigt war deswegen niemand, die Kälte hatte sich teilweise gehörig durch die Kleidung gefressen).

Diesmal kein Rigips.

Beide Tage profitierten wir in den Abfahrten von leicht windgepresstem Pulverschnee. In den Rinnen der West- und Nordostseiten lag davon ausreichend, so dass unsere Skistars ihre harmonischen Zopfmuster in den Pulver ziehen konnten. Ein tolles Weekend!

Danke, Beat für die perfekte Organisation – es wird jedes Jahr besser und der Jahrgang 2012 wird kaum mehr zu toppen sein. Dafür sorgten auch die Wellness-Landschaft im Hotel La Veduta mit Sauna und Outdoor-Whirlpool. Was gibt es Besseres, als nach einer anstrengenden Skitour die strammen Wadeln im brühwarmen Whirlpool weichkochen zu lassen und bei langsam anfrierender Haarpracht auf dem Kopf ein Eisbier unter freiem Himmel zu geniessen?

Präsidenten-Limousine eingefroren.

Die eisigen Temperaturen sorgten erneut für kleine automobile Patzerchen. Diesmal hat es Beats Präsidenten-Limousine erwischt, deren Diesel angesichts der Eiseskälte beschlossen hat, sich in eine honigähnliche Masse zu verwandeln. Der Versuch, mit externer Stromhilfe dem Citroën wieder das Fahren beizubringen, scheiterte vorgängig kläglich am zu dünnen Überbrückungskabel, das sich gleich in qualmende und immer heisser und weicher werdende Spaghetti-Drähte verwandelte. Wieder etwas dazugelernt! Diesel-Autos brauchen grösser dimensionierte Überbrückungs-Kabel!

Die Protagonisten 2012: Beat Haeni (Organisator), Beat Straub, Max Weber, Peter Schmid, Bruno Schmid, Martin Haller, Ernst Willi (SG Lägern), Roger Dumont, Herbert Waser (Sektion Gränichen), Bruno Hefti (Sektion Glarnerland).

GliderCup-Ski-Weekend auf dem Stoos

Über das Wochenende von 14./15. Januar 2012 haben wir erneut mit mehr als 20 TeilnehmerInnen die Gastfreundschaft von Moni & Marc Angst, Brigitte Rüegg und Markus Schramm auf dem Stoos geniessen dürfen.

Die skifahrende Sektion der Segelfluggruppe Lägern wird jedes Jahr aktiver. Im Namen aller TeilnehmerInnen möchte ich mich bei den oben genannten OrganisatorInnen für das wunderbare, entspannte Ski-weekend bedanken. Da wird ja sogar das Abwaschen zum fröhlichen Erlebnis!

Der perfekte Winter: oben wunderbare Schneeverhältnisse, im Mittelland grün. 

Ein Teil der GliderCup-Skiweekend-TeilnehmerInnen vor dem tollen Panorama mit Blick vom Feldberg bis zum Chasseral: Brigitte Willi, Peter Schmid, Armin Müller, Urs Isler, Ernst Willi. Foto: Priska Wildhaber.

Perfekte Bedingungen.

Die äusseren Bedingungen waren ebenfalls perfekt. Griffige, aber harte Pisten am Fronalp- und Klingenstock, genügend Schnee, carven bis zum Abwinken, bzw. Oberschenkel-Brennen stand auf dem Programm. Aber natürlich auch ein feines Nachtessen, Hüttenzauber und eine kurze, kühle Nacht im kuscheligen Schlafsack. Gerüchteweise haben manche aus dem etwas abgelegeneren Schlafzimmer namens ‚red-light-district’ ihre Füsse allerdings erst nach dem Frühstück wieder gespürt 🙂 Die Innen-Temperatur soll sich nur unwesentlich von den 15 Minusgraden ausser-halb der Metzghütte unterschieden haben – kein Wunder, war das doch die bisher kälteste Nacht des Winters. Aber GliderCup-SkifahrerInnen sind offensichtlich hart im Nehmen.

Skitouren- und Wellness-Weekend in Vals (GR).

Unfälle und die Schweinegrippe.

Am letzten Februar-Weekend fand auch 2011 das schon traditionelle Skitouren-Weekend der SchänisSoaring-Tourengruppe statt. Auch dieses Jahr blieben die Teilnehmer nicht von dezimierenden Unglücksfällen wie gebrochenen Rippen (Zuhause im Zuzwiler Badezimmer) und der Schweinegrippe (im tiefen Aargau) verschont. Von hier aus ‚gute Besserung‘!

=>> Picasa-Foto- (Web-) Album.

Das tat aber letztlich am Genuss dieses erstmals rund um einen Thermalbad-Aufenthalt drapierten Ski-Touren-Weekends keinerlei Abbruch. Sieht man vom Muskelkater ab, der mich selber noch am Dienstag plagte, nachdem ich bei Ankunft zuhause beim Aussteigen aus meinen schönen und bequemen Opeli (daran hat es nicht gelegen), schlagartig einen ekelhaften ‚Bettpfosten‘-Wadenkrampf bekam, den ich auch nach stundenlanger Dehnerei und einem montäglichen Spaziergang rund um den Flugplatz Mollis (ganz selten, dass ich sowas freiwillig mache) kaum mehr losbrachte. Und das auch nur, damit ich es am Nachmittag auf dem Bürostuhl überhaupt ausgehalten habe.

2’800 Meter bleiben hoch.

Wie auch immer, erklommen haben wir am Samstag einen Gipfel hoch über dem Zervreilasee. Bei bester Witterung und nur geringem Wind. Geheissen hat der Hoger ‚Wissgrätli‘ und ist unscheinbare knappe 3’000 Meter hoch. Das klingt harmloser als es ist. Jedenfalls war der eine oder andere Teilnehmer ‚etwas übertrainiert‘. Für die erste Tour war’s jedenfalls etwas streng (wenigstens für mich).

Pavatex.

Wie häufig bei Skitouren, war die Tour auch diesmal erst bei Ankunft im Tal wirklich zu Ende. Der Schnee war nicht eben ‚gführig‘. Eher eine Mischung aus Pavatex mit Pulverfüllung auf einer Karton-Unterlage. Aber wir sind trotzdem alle heil nach Hause gekommen. Nicht zuletzt dank der umsichtigen Tourenleitung unseres einheimischen Skilehrers.

Keine Schlafliedli.

Einen Höhepunkt bildete der nachmittägliche Besuch der Valser Therme. Beine hochlagern. Muskeln dehnen. Wärme aufsaugen. Entspannen. Durchatmen. Und am Ende wartete erst noch ein umfangreiches Nachtessen in unserem gemütlichen Gasthof, der die vernichteten Kalorien allesamt wieder auffüllte. Vorsingen musste mir an diesem Abend niemand mehr. Selbst die Guggenmusik, welche an der Valser Fastnacht vor dem Gasthof aufspielte, konnte mich nicht mehr aus den Träumen reissen. Herrlich war’s, auch wenn am Sonntag das Wetter nicht mehr so mitspielte und mit reichlich Nebel allen die Lust selbst auf’s Pistenfahren austrieb.

Ich freue mich auf den nächsten Wadenkrampf im kommenden Winter. Aber vor allem auf die herrlichen Witze und Geschichten am Abend vor und nach der Skitour. Und jetzt wäre ich eigentlich wieder fit für’s Skitourenfahren. Naja, eigentlich auch für’s Segelfliegen. Im Tal grünen ja schon wieder die Wiesen und der Föhn ruft…

Teilnehmer: Bruno Hefti (Organisation), Roger Dumont, Markus von der Crone, Peter Schmid, Martin Haller und ich selber.

Dezimiertes Tourengrüppli in den Fideriser Heu- und anderen Bergen.

Die jährliche Skitour der Segelflieger von SchänisSoaring im Winter 2009/2010 lockt weniger Skitüreler aus der warmen Stube als auch schon. Organisator Beat Häni kann diesmal an der Startbox der Renntaxis in Fideris im Prättigau ’nur‘ Beat Straub, Peter Schmid, Martin Haller und mich um sich scharen. Es wird trotzdem wieder ein gemütliches Skitouren-Weekend.

Schwieriger Schneedeckenaufbau.

Der ganze Skitourenwinter ist geprägt von einem seltsamen Schneedeckenaufbau. Ganz zuunterst liegt bis auf rund 2’000 M.ü.M. gepresster Pulverschnee. Der wirkt wie eine Art Kugellager, auf dem die ganzen Schneeschichten darüber abgleiten. Das schränkt den Radius der Tourenfahrer ein. Noch mehr werden sie aber von der darüberliegenden Schicht Bruch-Harsch behindert. Sie und der Pulver wiederum dort obendrauf führen zu einer trügerischen Sicherheit bei den Abfahrten. Kaum belastet man die Brettln etwas stärker als beim Geradeausfahren, bricht die ganze Geschichte durch.

Während des Skitouren-Weekends im Prättigau passiert es uns (ja, sogar den Leichtgewichtlern…) am Samstag in den tieferen Lagen, dass man schon beim Geradeausfahren plötzlich bis in die Oberschenkel im Schnee steckt und vornüberfällt. Teilweise sicher wegen der schweren Rucksäcke mit allen Fleischkäse-Büchsli drin, aber auch wegen der lausigen Schneeverhältnisse. Es ist teilweise kaum fahrbar. Ich mag mich jedenfalls als ausgesprochener Pulverschnee-Fan nicht daran erinnern, die Fahrt auf der Strasse den Pulverhängen vorgezogen zu haben, wie mir das an diesem Samstagnachmittag mit ziemlich ’sauren‘ Oberschenkeln auf der Abfahrt vom Glattwang nach Fideris passiert ist.

Trotzdem haben wir ‚Zächesieche‘ an diesem Tag das Matjischhorn (wie letztes Jahr schon) und den Glattwang erklommen und sind danach nach Küblis abgefahren – oder haben das mindestens nach Kräften versucht.

Am Sonntag und eine Etage höher sind die Schneeverhältnisse besser.

Nach einem wunderbaren Nachtessen in Küblis und ein paar spannenden Guetnachtgschichtli von Peter fallen mir bald einmal die Augen zu. Anderntags fahren wir auf Vorschlag von Beat, um den Schneeverhältnissen in den mittleren Lagen zu entfliehen, an die Talstation der Davoser Pischa-Bahn. Wir lassen uns hochgondeln und erklimmen alsdann die steilen Hänge dieses Berges hier (blöderweise verlässt mich in meinem Alter ab und zu das Gedächtnis – ich weiss nur, dass es nicht der Charbonnel gewesen sein kann…

Die Abfahrt führt jedenfalls vom Gipfel (recht obere Bildecke) durch den Trichter hinab zur Flüela-Strasse zurück (unterer Bildrand). Hier finden wir in den oberen Höhenbändern tolle Pulverschnee-Verhältnisse, obwohl es seit Tagen nicht geschneit hat. Erst die unteren Partien werden wieder zur gezielten Oberschenkel-Trainings-Einheit. Ich bin jedenfalls froh, heil und gesund unten zu sein.

Fleischkäse.

Es ist ein Gerücht, dass wir nur wegen des Essens und Trinkens auf solche Touren gehen. Wer uns aber am Strassenrand vor dem geschlossenen Restaurant an der Flüelastrasse hat sitzen sehen, hat sicher auch diesen Eindruck gewonnen. Die Hero-Fleischkäse-Büchsli gehören zu den bevorzugten Delikatessen. Wenig später sind wir ohne wirklichen Restaurantbesuch am frühen Nachmittag wieder beim Pischa-Parkplatz.

Pannendienst.

Peter zieht heute seinen schwierigen Nachmittag ein. Sein neuer Wagen einer berühmten deutschen Automarke macht auf dem Parkplatz keinen Wank mehr. Ich kenne derartiges Verhalten von einer ehemaligen, ebenfalls berühmten englischen Automarke, die jetzt der ehemaligen Kolonialmacht Indien gehört. Alles Überbrücken, Anschieben, Schimpfen, Batterie-abhängen, re-booten und Türäschletzä hilft nichts, der Kerl macht keinen Wank. Fies ist, dass man bei elektronisch gesicherten Türen fast die Scheiben einschlagen muss, um einsteigen oder den Kofferraum mit Gepäck und Skiern wieder beladen zu können.

Bei dieser Aufnahme handelt es sich leider nur um ein typähnliches Foto aus einer anderen Jahreszeit (sonst war aber alles identisch wie auf diesem Bild) – weil wir alle angesichts des kompromittierenden Vorfalls für den Marketingleiter Peter natürlich auf Fotos verzichtet haben.

Um den Tag für Peter schön abzurunden, fährt der Davoser Pannendienst einer anderen berühmten Automarke aus Ingolstadt mit dem angehängten Pannenfahrzeug der berühmten deutschen Automarke aus Rüsselsheim ein halbes Dutzend Runden durch die Davoser Innenstadt. Mit einem etwas blass wirkenden Marketing-Leiter der zuletzt erwähnten berühmten Rüsselsheimer Automarke am Steuer. Wie man bereits an der Ausführlichkeit der Schilderung dieses Events erkennt, war das beinahe das grösste (jedenfalls das einzigartigste) Erlebnis des ganzen Skitouren-Weekends. Darob sind alle anderen Eindrücke sozusagen verblasst. Peter hat jedenfalls erst etwa vier Tage später seine gesamten Einzelteile, die er für die Skitour gebraucht hat, wieder an seinem Wohnort Watt im Unterland zusammenfügen können.

Es sollte aber ein Montags-Auto gewesen sein. Ich habe dann gradstrotts ein paar Monate später ein Dienstagsmodell gleichen Modelles gekauft. Von derselben berühmten…. Jedenfalls fährt mein Insignia einwandfrei. Hat jemand etwas anderes erwartet???

Dankeschön!

Wir freuen uns trotzdem oder gerade deswegen jetzt schon auf die Ausgabe 2011 und ich möchte mich bei Beat für die tolle Organisation des Events und die bestmögliche Auswahl der Touren unter diesen schwierigen Verhältnissen bedanken. Es geht einfach nichts über einen Hunter-Staffel-Kommandanten als Organisator. Nächstes Jahr werden wir uns gewaltig anstrengen müssen, um nur annähernd den Standard halten zu können.

Beste Grüsse – bis dann, Ernst Willi

Und hier findest Du verschiedene Filme früherer Skitouren.

Skitour Matjischhorn, Februar 2009.

Skitour Sunnähöreli mit Thoner Skitourengruppe.

Skisafari Elm-Leglerhütte-Schwanden.